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Erfahrungsbericht: Opiat Entgiftung mit Ibogain


Ausgangssituation

Ich (42) seit ca. 25 Jahren süchtig. Meine Drogen waren immer die Downer, hauptsächlich Opiate. Ungezählte Entgiftungen und Therapien hatten bei mir einfach keinen Erfolg. Nach so langer Abhängigkeit nahmen die Drogen einen immer größeren Anteil von meinem Leben ein. In dieser, für mich weitgehend perspektivlosen Situation, las ich von Ibogain. Die besten deutschsprachigen Infos fand ich in einem Forum. Und vor allen fand ich einen Tripsitter der bereit war mir als Tripsitter zu helfen.


Der Trip

Am 08.07.2007 war es dann so weit. Mein Zustand war nicht gut. Ich war auf Turkey und hatte seit 24h nichts essen können und Angst. Mein Tripsitter gab mir zunächst 1 Kapsel mit 100 mg Ibogain als Allergietest und dann im Verlauf 1 Stunde nochmals 4 Kapseln a.200mg. Danach hatte ich das starke Bedürfnis mich hinzulegen. Die Visionen erlebte ich dann in 3 Phasen. In der ersten Phase erlebte ich eine gigantische Bilderflut die wie eine Diashow vor meinen Augen ablief. Ich sah je 6 Bilder gleichzeitig in einer wagerechte Reihe vor meinen geschlossenen Augen. Die Bilder leuchteten kurz auf und wechselten dann im Zehntel-Sekundentakt mit einer neuen Bilderreihe. Einige der Bilder waren mir bekannt, Freunde, Szenen aus meinem Leben usw., mit anderen wusste ich gar nichts anzufangen. Trotz der schnellen Wechsels hatte ich das Gefühl alle Bilder wahr- und aufzunehmen. Überhaupt waren die Bilder von einer beeindruckenden Intensität und Klarheit. In der zweiten Phase erlebte ich meinen Körper von außen. Ich sah mich in einer art durchsichtigen CT-Röhre liegen, dabei wurde mein Körper auf molekularer Ebene zerlegt, defekte Moleküle ersetzt und anschließend wieder zusammengesetzt. Ziemlich crazy, aber sehr beeindruckend und absolut ohne schlechte Gefühle. Irgendwie war mir klar dass dies etwas Gutes ist. Die dritte Phase bestand dann aus kurzen traumartigen Visionen in denen ich Episoden aus meinem Leben sah. Teilweise kann ich mich auch an kurze Visionen erinnern die mich in der Zukunft (+10J) zeigten. Insgesamt waren diese Visionen aber nicht mehr so klar und intensiv wie die beiden vorherigen Phasen. Zwischen den Phasen war ich immer mal kurz wach. In diesen Zeiten gab mir mein Tripsitter insgesamt nochmals 700 mg Ibogain. Meine Gesamtdosis war also 1,6 g Ibogain was ca. 20 mg/kg entspricht. Nach etwa 12 Stunden war die Visionsphase dann vorbei und ich war geschafft und hatte fast keine Kondition mehr. Selbst die 10 m zur Toilette waren ein Kraftakt. Insgesamt war ich in einem schwer zu beschreibenden Zustand. Körperlich geschafft, aber nicht mehr entzügig und irgendwie sehr nachdenklich. Die nächsten 24 Stunden verbrachte ich dann liegend und dachte über mein Leben uns alles mögliche nach. Ich trank viel um das Ibogain wieder auszuscheiden. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder einige visionsartige Träume. In dem Maße wie das restliche Ibogain meine Körper verließ spürte ich das sich etwas verändert hatte und ich regelrecht euphorisch wurde. Ich fühlte mich auch energiegeladen und voller Antrieb und Ideen. Leider entsprach das aber nicht meiner tatsächlichen körperlichen Kondition die ziemlich bescheiden war. Bei mir dauerte es etwa 1 Woche bis ich wieder in der Lage war einen 8h Arbeitstag durchzustehen. Meine volle Kondition hatte ich erst nach ca. 4 Woche wieder erreicht. Insgesamt empfand ich den Ibogain-Trip als sehr angenehm und faszinierend. Einziger Wehrmutstropfen war die Konditionsschwäche danach.


Die Zeit danach

Das Bedeutsamste ist für mich das ich seither überhaupt kein Craving nach irgendwelchen Stoffen verspüre. Mir sind sogar in den letzten Wochen einige Stoffe in die Hände gekommen bei denen ich früher nicht hätte widerstehen können, aber die interessierten mich nicht mehr als Aspirin. Unglaublich! Überhaupt ist vieles in meinem Leben wieder auf die Richtige Bahn gekommen. Ich kam zu vielen wichtigen Einsichten und entwickelte zugleich ein positives Selbst- und Weltbild. Durch die positive Einstellung gelingen viele Dinge wie von selbst. Ich war schon immer ein sehr unruhiger Typ (ADS?). Seit dem Ibo-Trip habe ich viel mehr innere Ruhe und kann nun endlich verstehen was es heißt „in sich zu ruhen“. Eine erstaunliche Veränderung ist noch, eine Insektenphobie, die auf einem Kindheitstrauma beruhte, einfach verschwunden ist. Ich kannte bisher nur das Gefühl clean zu sein und wusste nicht, dass es ein ganz anderes Gefühl ist wirklich frei zu sein! Ich hätte regelrecht Lust mal in ein NA-Meeting zu gehen und zu sagen. Ich heiße Markus und ich war mal süchtig, bin es aber jetzt nicht mehr. Dann fallen die vom Stuhl!


Weitergehende Betrachtungen

Ibogain ist der erstaunlichste Stoff der mir je begegnet ist. Die von mir und auch von anderen beschriebenen Wirkungen lassen sich wissenschaftlich nicht erklären. Womit ich beim Phänomen der Sucht wäre bin, die sich bisher auch nicht vollständig erklären lässt. Die gegenwärtige Lehrmeinung geht davon aus, dass Sucht vorrangig durch Persönlichkeitsdefizite, Traumen …etc. und deren toxischer Regression entsteht. Durch die Therapeutische Behandlung dieser Defizite ließe sich auch die Sucht behandeln. Scheiße!!! Seit 20 Jahren kriege ich das von so genannten Experten erzählt. Und ich habe ihnen geglaubt. Insgesamt habe ich 22 Monate, zum Teil quälende, stationäre Therapie und fast ebenso lange ambulante Therapie absolviert. Dadurch habe ich hauptsächlich der „Therapie-Industrie“ geholfen, die es aus verständlichen Gründen nicht gerne hören will, dass Ihr Ansatz falsch ist und eine einzige Ibogain Behandlung einen Süchtigen nicht nur clean, sondern frei macht. Hätte ich nur früher von Ibogain erfahren, wäre mir viel Leid erspart geblieben. Ich bin sehr dankbar, dass sich mein Leben so positiv verändert hat. Danke Ibogain.





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